Deutsch-Russisches Jugendforum in Moskau Thema: „Sensibilisierung der Gesellschaft für die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderungen“
28.06 - 04.07. 2011, Moskau, Russische FöderationJeder Russin und jedem Russen fällt beim Aufenthalt in Europa sofort auf, wie viele Menschen mit Behinderungen ihm auf der Straße begegnen. Sie sind in Europa ein Teil der Gesellschaft. Und in Russland? Auf der Straße sieht man sie so gut wie nie. Gibt es keine? Doch. 13,2 Millionen Menschen mit Behinderungen leben heutzutage in Russland. Das sind knapp 10 Prozent der Gesamtbevölkerung.
Aber ist es der russischen Gesellschaft bewusst, dass jeder Zehnte im Land von einer Behinderung betroffen ist? An Toleranz, Rücksichtnahme und sozialer Inklusion mangelt es noch häufig. Andererseits hat in Russland eine öffentliche Diskussion um inklusive Bildung und Barrierefreiheit begonnen.
Der Verein INTAMT e.V. organisiert vom 28. Juni bis 4. Juli 2011 ein Deutsch-Russisches Jugendforum in Moskau zum Thema Sensibilisierung der Gesellschaft für die soziale Inklusion von Menschen mit Behinderungen. INTAMT e.V. engagiert sich seit 2005 für den deutsch-russischen Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch. Einen thematischen Schwerpunkt bildet dabei die Inklusion von Behinderten. Seit 2007 wird jährlich eine deutsch-russische Konferenz zu diesem Themenkomplex im Rahmen der REHACARE Düsseldorf, der weltweit größten Messe für Menschen mit Behinderungen, durchgeführt.
Im letzten Jahr wurde die Konferenz erstmals von einem deutsch-russischen Jugendforum begleitet. Der lebendige und kreative Gedankenaustausch unter den Jugendlichen gab den Anstoß, das Jugendforum 2011 in Russland zu wiederholen. Den Rahmen bietet die erste Messe für Menschen mit Behinderungen auf russischem Boden „Integrazija“ (Integration. Leben. Gesellschaft), die vom 30. Juni bis 3. Juli im Expo-Zentrum Moskau stattfindet.
Auf dem Jugendforum soll der gegenwärtige Stand der Inklusion von behinderten Jugendlichen in Deutschland und Russland vorgestellt und von den Teilnehmern diskutiert werden. Ziel des Jugendforums ist die Entwicklung einer Kampagne, welche die russische Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für das Thema sensibilisiert. Soziale Toleranz, das Recht von Jugendlichen mit Behinderung auf eine gute Ausbildung, einen Arbeitsplatz und eine allgemeine Inklusion in die Gesellschaft sind Eckpunkte der geplanten Kampagne.
Der russisch-deutsche Austausch zur Inklusion von Menschen mit Behinderungen darf aus unserer Sicht nicht ohne die Jugend stattfinden, denn sie prägt die Gesellschaft von morgen. Hierbei sind Jugendliche mit und ohne Behinderung gleichermaßen angesprochen. Für sie bietet das Jugendforum eine ideale Plattform, sich auszutauschen und gemeinsam Ideen zu entwickeln.
Das Jugendforum wird durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert.

